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Der Status quo laut BMBFSFJ-Bedarfsanalyse 2026

Die im Januar 2026 veröffentlichte Bedarfsanalyse des Bundesministeriums zeigt ein uneinheitliches Bild: In der Hälfte der Kommunen gibt es koordinierende Stellen für Gewaltschutz, oft bei Gleichstellungsbeauftragten angesiedelt. Eine übergreifende Strategie verfolgen aber nur 27,3 % der Kommunen. Die im Bericht formulierten 47 Handlungsempfehlungen richten sich genau an diese Lücke zwischen punktueller Zuständigkeit und fehlender Gesamtstrategie.

Chancen der Digitalisierung im Gewaltschutz

Digitale Werkzeuge können in mehreren Bereichen ansetzen: schnellere Kapazitätsabstimmung zwischen Frauenhäusern, sicherere Fallübergabe zwischen Institutionen ohne Medienbrüche, und belastbare, DSGVO-konforme Datengrundlagen für kommunale Planung. Keiner dieser Punkte ersetzt persönliche Beratung oder Betreuung – sie sollen die organisatorische Last dahinter reduzieren.

Offene Fragen und Grenzen

Digitalisierung im Gewaltschutz ist kein Selbstläufer. Drei Punkte verdienen besondere Aufmerksamkeit:

  • Datenschutz als Sicherheitsfrage, nicht nur als Compliance-Thema: Bei Gewaltbetroffenen kann ein Datenleck reale Gefahr bedeuten, nicht nur einen Bußgeldbescheid.
  • Digitale Gewalt nimmt selbst zu: Laut Bundeslagebild des BKA stieg die Zahl der Betroffenen von digitaler Gewalt im Kontext von Partnerschaftsgewalt 2024 um 10,9 % auf 4.876 – ein Hinweis darauf, dass digitale Werkzeuge im Gewaltschutz mit Bedacht eingeführt werden müssen.
  • Digitale Spaltung: Nicht jede Betroffene und nicht jede kleinere Einrichtung hat gleichermaßen Zugang zu oder Vertrauen in digitale Lösungen.

Was ein verantwortungsvoller digitaler Ansatz braucht

Aus diesen Punkten ergeben sich klare Anforderungen: Datenminimierung von Anfang an, verständliche und niedrigschwellige Bedienung für Fachkräfte mit unterschiedlichem technischem Hintergrund, und digitale Werkzeuge als Ergänzung – nicht als Ersatz – für persönliche Beratung und die öffentlichen Hilfeangebote wie das bundesweite Hilfetelefon 116 016.

Fazit

Die Bedarfsanalyse des Bundesministeriums liefert erstmals eine bundesweite Grundlage für diese Debatte. Für Kommunen bedeutet das: Digitalisierung im Gewaltschutz lohnt sich, aber nur mit klarer Strategie und Datenschutzbewusstsein von Anfang an. Mehr zu SafeNets Ansatz unter Funktionen oder Kontakt.

Quellen: BMBFSFJ, Bedarfsanalyse zur Prävention geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt, veröffentlicht 22.01.2026. BKA, Bundeslagebild Häusliche Gewalt 2024, veröffentlicht 21.11.2025.